Der Moment der Wahrheit. In deinem Ordner /var/www/cms liegen tausende Dateien, aber sie schlafen noch. Es gibt keine Verbindung zur Datenbank, keinen Admin-User, keine Seele.
Wir werden das System jetzt "booten". Dazu nutzen wir Drush (The Drupal Shell). Das ist das Schweizer Taschenmesser für Drupal-Entwickler. Drush liegt bereits in deinem Projekt (Composer hat es mitgebracht), wir müssen es nur aufrufen.
Der Drush-Check
Geh sicher, dass du im richtigen Ordner bist:
cd /var/www/cms
Frag Drush kurz nach dem Status, um zu sehen, ob es wach ist:
vendor/bin/drush --version
Siehst du Drush version 13.x.x? Perfekt. Das Werkzeug liegt bereit.
Der Installations-Befehl (The Magic Spell)
Jetzt kommt der längste Befehl der ganzen Serie. Wir müssen Drush alles in einem Rutsch sagen:
- Wer soll installiert werden? (Drupal CMS)
- Wohin soll die Datenbank-Verbindung gehen? (Zu PostgreSQL!)
- Wie soll die Seite heißen?
- Wer ist der Chef (Admin)?
WICHTIG: Im Befehl unten nutzen wir pgsql für PostgreSQL. Wenn du MySQL nutzen würdest, stünde da mysql. Das ist der entscheidende Unterschied für unser AI-Setup.
Kopiere den Befehl und ersetze DEIN-PASSWORT mit dem Passwort, das du in Level 4 für den drupal-User vergeben hast:
vendor/bin/drush site:install --db-url=pgsql://drupal:DEIN-PASSWORT@localhost/drupal_db --site-name="Mein AI Drupal" --account-name=admin --account-pass=admin --locale=de -y
- site:install: Der Befehl zum Installieren.
- --db-url: Der Connection-String. Aufbau: treiber://user:passwort@host/datenbankname.
- --account-pass=admin: WARNUNG! Das machen wir nur für die erste Installation. Ändere das Passwort sofort, wenn du online bist!
- -y: Yes, mach einfach.
Was jetzt passiert: Du siehst Text über den Bildschirm fliegen.
- Starting Drupal installation...
- Created database tables...
- Importing translations... (Das kann kurz dauern, er lädt das deutsche Sprachpaket).
Wenn am Ende grün steht: [success] Installation complete. Dann hast du es geschafft. Dein Server lebt.
Nacharbeiten (Permissions & Trust)
Drupal ist paranoid (zu Recht). Nach der Installation schließt es die Schreibrechte für die Konfigurationsdatei (settings.php) ab. Das ist gut. Aber manchmal gehören Dateien danach dem falschen User, wenn man sudo falsch genutzt hat.
Wir machen einen letzten "Permission-Fix", damit du (sherpa) und der Webserver (www-data) glücklich bleiben:
sudo chown -R $USER:www-data /var/www/cms/web sudo chmod -R 775 /var/www/cms/web/sites/default/files
Damit erlauben wir Uploads (Bilder), schützen aber den Kern-Code.
Der erste Login
Öffne deinen Browser. Tippe deine Server-IP ein. Du solltest jetzt eine fertige, weiße Drupal-Seite sehen. Oben rechts ist wahrscheinlich schon ein "Log in"-Link oder du bist direkt drin.
Falls nicht, logge dich ein:
- User: admin
- Pass: admin
Sherpa-Aufgabe: Gehe sofort auf Verwalten > Personen und ändere das Passwort des Admins. "admin" ist das erste Passwort, das Hacker probieren.
Der Status-Bericht
Gehe auf Verwalten > Berichte > Statusbericht. Hier siehst du die Gesundheit deines Patienten. Suche nach "Datenbank". Steht dort PostgreSQL 16.x? Dann hast du alles richtig gemacht. Du hast Drupal erfolgreich auf einem Enterprise-Tech-Stack installiert.
Was haben wir erreicht?
Wir haben das Ziel erreicht:
- High-Performance: PHP 8.3 + Opcache + Redis.
- Future-Ready: PostgreSQL für Vektorsuche (RAG).
- Secure: SSH-Only, Firewall, Non-Root-User.
- Installed: Drupal CMS läuft.
Aber ein leeres Drupal ist erst der Anfang. Die Reise endet hier für die Installation, aber sie beginnt erst für den Content.