Tabby – Dein Terminal-Upgrade (inkl. Pro-Config)

Geschrieben von Joachim Namyslo

Tabby-Terminal mit Tabs, geteiltem Fenster aus SSH-Sitzung und SFTP-Dateibrowser.
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Lesedauer: 3 Minuten

Freitag, 17 Uhr. Ein Kunde meldet einen Bug auf seinem Server. Du suchst die IP-Adresse, dann das Passwort, öffnest ein Terminal, danach ein zweites Programm für die Dateien – und hast schon zehn Minuten verloren, ohne den Fehler gesehen zu haben.

Betreibst du eine Drupal-Seite auf einem eigenen Server, brauchst du früher oder später zwei Dinge: SSH, die verschlüsselte Fernsteuerung deines Servers per Kommandozeile, und SFTP, das sichere Hoch- und Herunterladen von Dateien. Klassisch sind das zwei Programme, etwa PuTTY und FileZilla.

Tabby legt beides in einem Fenster zusammen, kostenlos und Open Source. In diesem Artikel lernst du die wichtigsten Funktionen kennen, einen Trick, der Terminal und Dateibrowser im selben Ordner hält, und den Ort deiner Konfigurationsdatei. Das Terminal wirkt auf dich einschüchternd? Genau dafür ist Tabby da.

Feature-Check: Was steckt drin?

Der integrierte SSH-Manager

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Screenshot eines Terminals auf macOS, das einen SSH-Login auf einem Server zeigt.

Vergiss IP-Adressen auf Schmierzetteln. In Tabby legst du Profile an – ein Klick, und du bist auf dem Server. Passwörter oder Key-Files hinterlegst du in einem Ende-zu-Ende-verschlüsselten Tresor. Auch komplexe Verbindungen über Proxy-Server (Jump Hosts) verwaltet Tabby zuverlässig.

SFTP direkt eingebaut

Das Killer-Feature für Einsteiger: Sobald du per SSH verbunden bist, hast du automatisch einen SFTP-Browser an der Seite. Eine settings.php hochladen? Drag & Drop ins Fenster. Ist auf dem Server lrzsz installiert, laufen die Übertragungen zusätzlich spürbar schneller (sudo apt install lrzsz).

Split-Screens und Tabs

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Dunkles Terminalfenster mit mehreren Panels, die Code und Systeminformationen anzeigen.

 

Mit Tabby teilst du deinen Bildschirm: links der Server-Log, rechts die Kommandozeile. Du behältst den Überblick über deine Infrastruktur, ohne fünf Fenster offen zu haben.

Der Sync-Hack: Terminal und SFTP im gleichen Ordner

Kennst du das? Du navigierst im Terminal tief in /var/www/html/web/themes, öffnest das SFTP-Fenster – und landest wieder im Root-Verzeichnis. Damit das SFTP-Fenster automatisch weiß, in welchem Ordner du gerade bist, fügst du diesen Schnipsel in die Datei ~/.bash_profile auf dem Server ein (sie wird bei jedem Login ausgeführt):

export PS1="$PS1\[\e]1337;CurrentDir="'$(pwd)\a\]'

Startest du danach die Session neu, folgt das SFTP-Fenster deinem Terminal automatisch. (Nutzt du ZSH oder Fish, findest du die passende Variante in den Quellen unten.)

Wo liegt meine Konfiguration?

Willst du deine Einrichtung sichern oder die YAML-Datei manuell bearbeiten, findest du config.yaml hier:

  • Windows: %APPDATA%/Tabby
  • macOS: ~/Library/Application Support/tabby
  • Linux: ~/.config/tabby

Löschst du diese Datei, setzt sich Tabby auf Werkseinstellungen zurück.

Der Workflow im Alltag

Ein Kunde meldet einen Bug. Der alte Weg: PuTTY öffnen, einloggen, Passwort suchen, FileZilla öffnen, Pfad suchen, Datei herunterladen. Mit Tabby: Profil "Kunde X Live" anklicken, SFTP-Panel öffnen – dank Sync-Hack schon im richtigen Ordner – Logfile per Drag & Drop auf den Desktop ziehen. Aus fünf Minuten Frust werden dreißig Sekunden.

Fazit: Tabby macht aus der Kommandozeile, die oft einschüchternd wirkt, ein zugängliches Werkzeug mit grafischer Oberfläche. Es ist Open Source, verzichtet auf Tracking und hält deine Daten lokal.

Dein nächster Schritt: Lade Tabby auf tabby.sh herunter, leg ein Profil für deinen Server an und probiere den SFTP-Browser aus. Ein Klick, und du bist drin.