Der legendäre Tippfehler
Dries wollte die Domain dorp.org registrieren (niederländisch für "Dorf", passend zur Community-Idee). Er vertippte sich und registrierte drop.org.
Er fand, "Drop" (Tropfen) klang besser. Später wurde daraus "Drupal" (abgeleitet vom niederländischen "Druppel") – und der Tropfen im Logo wäre ohne diesen Tippfehler nie entstanden.
Die Community als Superpower
Als Dries den Code 2001 veröffentlichte, stiegen andere Entwickler ein. Heute ist Drupal keine One-Man-Show mehr, sondern eines der größten Open-Source-Projekte überhaupt:
- Über 100.000 aktive Entwickler optimieren den Code weltweit
- Ein eigenes Security-Team schließt Sicherheitslücken oft, bevor sie öffentlich bekannt werden – deshalb setzen Regierungen und Konzerne auf Drupal
Die Evolution: Drei Ären statt elf Versionsnummern
Phase 1 – Die Anfänge (Drupal 1 bis 6): Ein Forum mit Weblog-Funktionen wächst zum vollwertigen CMS. Mit Drupal 4 und 5 kommen E-Commerce und bessere Menüs. Als Whitehouse.gov 2009 auf Drupal 6 wechselt, weiß die Welt: Dieses Open-Source-System ist sicher genug für Regierungen.
Phase 2 – Der moderne Motor (Drupal 7 bis 9): Drupal 7 bringt das goldene Zeitalter der Modularität (Nodes, Fields). Mit Drupal 8 und 9 wechselt der Unterbau auf Symfony: objektorientierter Code, Twig-Templates für Frontend-Entwickler, API-First für Headless-Anwendungen. Drupal wird "Enterprise".
Phase 3 – Usability zuerst (Drupal 10, 11 und Drupal CMS): Die Themes Claro und Olivero sehen von Haus aus modern und barrierefrei aus. Automatic Updates und der Project Browser machen Schluss mit der Kommandozeilen-Pflicht. Das Ziel: mächtige Technik, so einfach bedienbar wie ein Smartphone.
Fazit
Drupal hat sich vom Studenten-Hack zum Rückgrat großer Teile des Webs entwickelt. Im nächsten Teil verlassen wir die Theorie und installieren das System.